Österreichisch - Rumänisches Kooperationsprojekt für:
?Aufbau eines betriebswirtschaftlichen und kaufmännischen Ausbildungszentrums im Kreis Sibiu/Rumänien?
Kurztitel: bkA-Zentrum Rumänien
Ausgangslage:
Rumänien hat, wie so viele osteuropäische Länder, einen großen Nachholbedarf im Bereich der wirtschaftlichen Aktivitäten und damit auch an einer betriebswirtschaftlichen und kaufmännischen Schulung. Durch die lange kommunistische Periode wurde Eigenverantwortung, Eigeninitiative und marktwirtschaftliches Denken systematisch abgebaut. Erst nach der politischen Wende 1990 ist es wieder möglich diese Denkweisen Schritt für Schritt zu entwickeln.
Durch verschiedene Aktivitäten von privaten, karitativen und staatlichen Stellen entwickeln sich langsam klein- und mittelständische Gewerbebetriebe. Diese neuen Unternehmer sind inzwischen oftmals im handwerklichen Bereich ihres Aufgabengebietes sehr tüchtig. Die betriebswirtschaftliche und kaufmännische Ausbildung ist hingegen sehr mangelhaft.
Die Stiftung Au-Ro (Austria pro Romania) unterstützt seit längerem die Gründung von Kleingewerbebetrieben. Zunehmend ergibt sich aber dringender Bedarf an weiteren unterstützenden Maßnahmen im Bereich von Kalkulation, Kostenrechnung, Unternehmensplanung, Personalverwaltung, finanzielle Gebarung usw.
Schwerpunkt dieses Projekts ist daher die Entwicklung der neuen Unternehmer im betriebswirtschaftlichen und kaufmännischen Bereich. Im Rahmen von Schulungsmaßnahmen, verbunden mit der praktischen Umsetzung, sollen konkrete Planungen, Kostenrechnungen, Erstellung von Angeboten, Rechnungen, Mahnungen usw. erklärt und geübt werden. Diese Maßnahme verbunden mit einer breit angelegten Förderung der Handwerker und Kleingewerbebetriebe ist sowohl beschäftigungspolitisch wichtig, wie auch für eine gesunde Wirtschaft unbedingt notwendig.
Projektträger:
Die Stiftung Au-Ro (Austria pro Romania), mit dem Sitz in 55042 Sibiu-Turnisor/Hermannstadt-Neppendorf, str. Livezii 55/1 unter der Leitung von Dr.h.c. Barbara - Wiebke Schöfnagel, Sozialattachée an der österreichischen Botschaft in Bukarest, finanzierte und organisierte in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Bundesregierung seit 1990 weit über 400 Gründungen von Kleingewerbebetrieben in Rumänien. Aufgrund dieser Erfahrungen und jetzigen Notwendigkeiten wurde dieses Projekt für den Aufbau des ?betriebswirtschaftlichen und kaufmännischen Ausbildungszentrum im Kreis Sibiu/Rumänien? (bkA) entwickelt. Die Stiftung Au-Ro ist daher der Projektträger des gesamten Projektes.
Ziel und Funktion des Ausbildungszentrums:
Vermittlung der für die selbständige Ausübung eines Handwerkes oder gebundenen Gewerbes erforderlichen betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Kenntnisse (Rechnungswesen, unternehmerische Rechtskunde, Marketing, Organisation, Personalmanagement, Kommunikation etc).
Erlernen der betriebswirtschaftlichen, handels- und steuerrechtlichen Grundlagen ? Kapitalbedarfsplanung - Finanzierungsmittel/Kapitalarten ? Finanzplanung ? Liquiditätssteuerung und Cash Management ? Bankwesen und Bankgeschäfte.
Jugendliche erhalten das Rüstzeug einem Gewerbebetrieb wirtschaftlich zu verwalten um entweder selbständig in diesem Bereich arbeiten zu können oder auch als Mitarbeiter in schon bestehenden Betrieben eingesetzt zu werden.
Die bisher ausgebildeten Handwerker werden in die Lage versetzt selbständig ihren Kleingewerbebetrieb wirtschaftlich zu verwalten.
Trainer werden geschult.
Zielgruppe:
Junge Unternehmer
Schüler der Oberstufe und Studenten.
Interessierte arbeitslose Jugendliche.
Geplante Ergebnisse:
Unternehmer sollen in die Lage versetzt werden die wirtschaftlichen und kaufmännischen Grundlagen zu verstehen, nachzuvollziehen und umzusetzen.
Junge, geistig bewegliche Leute sollen zu kaufmännischen Beratern ausgebildet werden um Gewerbebetrieben als wirtschaftliche und kaufmännische Berater zur Seite stehen zu können.
Da in Rumänien viele Menschen über nur sehr geringe Ausbildung verfügen, ist diese von uns geplante Ausbildung mit Zertifikat eine wesentliche Qualifizierungsmaßnahme, welche die Chancen des Ausgebildeten beträchtlich erhöht, sei es auf eine rasche Anstellung, selber einen Kleingewerbebetrieb zu führen oder beratend für einen Kleingewerbebetrieb tätig zu sein.
Durch die Projektleitung ist für die Teilnehmer neben der theoretischen Schulung eine Begleitung in der ersten Phase der praktischen Umsetzung vorgesehen. Das heißt, dass die Teilnehmer bei der Umsetzung der gelernten Inhalte eine nach Möglichkeit eine Fachkraft zur Seite haben, welche die jungen Unternehmer begleitet und bei den anfallenden praktischen Arbeiten Unterstützung und Kontrolle anbietet. Gegebenenfalls wird eine Nachschulung angeboten.
Nach der Anlaufphase, ist es vorgesehen, dass durch Kursgebühren die Mehrkosten selber getragen werden. In Zukunft sind auch Berufsvertretungen eingeladen dieses Ausbildungzentrum unterstützen um eine Ausweitung des Angeboten zu ermöglichen.
Ausbildungsinhalte:
Folgende Ausbildungsinhalte sollen vermittelt werden:
Da zu erwarten ist, dass die Kursteilnehmer im ersten Kurs nur ein Basiswissen erhalten können, sind Fortsetzungskurse und pratische Betreuung in den Betrieben geplant. Trotzdem erachten wir es als wesentlich, dass die verschiedensten Bereiche des kaufmännischen und betriebswirtschaftlichen Handelns angesprochen werden.
Je nach Bedarf können dann andere Spezialbereiche in Work-Shops oder Wochenkurse abgehalten werden (z.B. Computer/Internet, Umweltgesetze, Haftungen ....). Durch ein eigens vorbereitetes Handbuch für junge Unternehmer ?Grundlage des betriebswirtschaftliche und kaufmännische Handelns? soll sicher gestellt werden, dass die erlernten Inhalte jederzeit abrufbar sind.
Kalkulation ? Grundbegriffe der Kostenrechung
Rechnungswesen (Erstellung von Kostenvoranschlägen, Erstellung von Rechnungen / Mahnungen)
Betriebsorganisation, Organisationsmittel
Unternehmerische Rechtskunde: Gewerberecht, Handelsrecht, Sozialrecht, Haftungsfragen, Produkthaftung, Garantie, Gewährleistung, Sozialrechtliche Haftungen gegenüber Dienstnehmer, Zahlungsausfälle
Umweltvorschriften, ressourcenschonende Betriebsführung.
Steuerrecht (Steuerrecht / Abgaben / Finanzamt/Krankenkasse)
Mitarbeiterführung und Personalmanagement (Arbeitszeitaufzeichnungen, Aufzeichnung der geleisteten täglichen Arbeit - für die Kalkulation bzw. Rechnungserstellung)
Finanzgebarung, Umgang mit Banken und Bankkonto
Marketing (Märkte und Zielgruppen: wie definiere ich meinen Markt und meine Zielgruppe? Wie bekomme ich relevante Informationen über meinen Markt? Der Konsument, das unbekannte Wesen. Kaufentscheidungen und Konsumententypen)
Risikomanagement, Schutzvorkehrungen, Risken bei Verträgen minimieren, Lieferbedingungen, Kaufverträge
Einkaufsabwicklung
Lagerverwaltung (Lagereinrichtung - Lagerhaltung ? Überblick der Tätigkeiten im Lager ?? Bestandsaufnahme und Kontrolle ? Wareneingang ? Warenausgang ? Kommissionierung ? Verpackung ?? Warum kostet das Lager Geld und wieviel? )
Computer/Internet : Datensicherung, Datenschutz
Wenn notwendig und möglich, sollen die theoretischen Ausführungen auch in der Praxis, gemeinsam mit der Projektleitung und dem Vortragenden geübt werden.
Schulungszentren:
In den letzten Jahren wurden in Stejarisu/Probstdorf und Sibiu-Turnisor/Hermannstadt-Neppendorf zwei Bildungs- und Schulungszentren errichtet. Beide Gebäude besitzen die Infrastruktur um Schulungen im betriebswirtschaftlichen- und kaufmännischen Bereich durchzuführen und den Teilnehmern Unterkunft und Verpflegung zu bieten.
Abseits des täglichen Trubels können dort die Schulungen in angenehmer Atmosphäre stattfinden.

