Das Projekt - Hintergrund und Ziele

Das Projekt wird von Herrn Konsulent Ing. Wolfgang Hosiner dem Geschäftsführer der Stiftung Au-Ro geleitet und von Frau Dr.in h.c. Barbara-Wiebke Schöfnagel begleitet und kontrolliert. Die Erfahrungen in Aufbauhilfe von Frau Schöfnagel seit den 70er Jahren kommen dabei genauso zum Tragen wie die Vorleistungen zum Projekt von Herrn Hosiner seit den 90er Jahren.

In dem kleinen Dorf, das im 13 Jhdt. von Siebenbürger Sachsen gegründet wurde, lebten damals wie heute um die 800 Einwohner. Die derzeitige Bevölkerungsstruktur besteht aus etwa 85 Prozent Roma, 13 Prozent RumänInnen und zwei Prozent Sachsen. Zu Beginn des Projektes waren 80 Prozent der Bevölkerung arbeitslos und lebten von Sozialunterstützung und Gelegenheitsarbeiten. Die ehemaligen Häuser wurden zum Teil stark heruntergewirtschaftet. Im Dorf gibt es einen Kindergarten, eine Schule, drei kleine Geschäfte sowie eine Milchsammelstelle, ein Postamt und eine Dorfschenke.

Ziel des Projektes:

Es soll für das gesamte Dorf eine Unterstützung zur Weiterentwicklung angeboten werden. Als Grundlage ist eine Ausbildung (Schulbildung und Berufsausbildung) für alle notwendig, um aus dem Kreislauf der Armut heraus zu kommen. Parallel zur Bildung muss Arbeit angeboten werden. Sobald diese zwei Elemente vorhanden sind (Bildung und Arbeit) können die Menschen ihre sozialen Probleme selber lösen. Dieses Pilotprojekt dient als Beispiel, um darstellen zu können, dass es Wege aus der Armutsfalle gibt. Wir sind überzeugt, dass bei kontinuierlicher Betreuung des gesamten Dorfes eine Aufwärtsentwicklung möglich ist.

Die Hauptziele sind somit:

1. Forcierung des Kindergarten? und Schulbesuches zur besser Bildungsgrundlage

2. Umbau und Sanierung des Kindergartens und der Dorfschule um menschenwürdiges Lernen zu ermöglichen

3. Errichtung eines Schulgartens um den Wert der Arbeit (wer säht, kann auch ernten) schon im Kindesalter kennen zu lernen

4. Möglichkeit zur Ausbildung und Erwerbstätigkeit für Jugendliche und Erwachsene um die Chance auf einen geregelten Arbeitsplatz zu erhöhen

5. Fortbildung in verschiedenen Berufszweigen um höher qualifizierte Arbeiten annehmen zu können

6. Schaffung von Arbeitsplätzen im Ort durch Errichtung von Werkstätten

7. Organisation der gemeinsamen Vermarktung der Produkte aus dem Dorf um die gesamte Gewinnspanne auszunutzen

8. Dorferneuerungsprogramm um auch optisch das Dorf zu verschönern und den Tourismus anzukurbeln

9. Touristen anzulocken um die Schönheiten des Dorfes zu zeigen und wirtschaftliche Aktivitäten zu schaffen.

10. Unterstützung bei der Verbesserung der Privathäuser um desolate Bausubstanz zu erneuern. (Wasserleitungen in die Häuser zu leiten und bessere Sanitäreinrichtungen zu installieren)

11. Im Rahmen von Dorfversammlungen einen Umdenkprozess einzuleiten, damit folgendes erkannt wird:

 - Bildung ist wichtig, damit man nicht fremdbestimmt wird

 -  Arbeit ist wichtig, damit jeder sein eigenes Leben nach seinen Vorstellungen gestalten kann

 -  Eine gesunde Umwelt (Wasser, Abfall usw.) ist notwendig um keine gesundheitlichen Schäden zu erleiden

 -  Ein schönes Dorf ist die Grundlage zu einer positiven Lebensgestaltung usw.

 

Zwischenergebnisse:

Ausbildung

1. Der regelmäßige Kindergarten- und Schulbesuch wurde seit 1990 verdoppelt

2. Ein Schulgarten wurde angelegt; Schüler/-innen und Lehrer/-innen betreuen diesen.

3. Der Kindergarten und die Dorfschule wurden 2007 komplett umgebaut und saniert.

4. Folgende Grundausbildungsprogramme wurde ab 2007 umgesetzt:

 -  landwirtschaftliche Arbeiten -  8 Frauen
 -  Maurer -  8 Männer
 -  Zimmerleute -  6 Männer
 -  Elektriker - 2 Männer
 -  Installateure -  2 Männer
 -  Bauhilfsarbeiter (weiter entwicklungsfähig) -  12 Männer
 -  Dachdecker -  3 Männer
 -  Fliesenleger -  2 Männer
 -  Schmied/Schlosser -  6 Männer
 -  Näherinnen -  6 Frauen
 - Blumenbinderinnen -  7 Frauen 
 - Käserei -  2 Frauen
 - Gartengestaltung -  1 Mann, 1 Frau

Einrichtungen

5. Ein Landwirtschaftsverein wurde gegründet, der seine eigenen Produkte vermarktet

6. Eine Lehrschmiede wurde gebaut um weitere Personen auszubilden, und zugleich das so dringende Service im Bereich Schmied/Schlosser in dieser Region anbieten zu können.

7. Die alte deutsche Schule wurde saniert und renoviert. Dieses Gebäude kann für kleine Werkstätten genutzt werden.

8. Sechs kleine Werkstätten wurden eingerichtet, in denen derzeit folgende Tätigkeiten ausgeführt werden:

- Gärtnerei
 -  Verarbeitung von Trockenhölzer, Trockenblumen
 -  Holzarbeiten (Herstellung von Türen, Kerzenhalter,u.ä..)
 -  Nähstube
 -  Lehrstube für handwerkliche Arbeiten

 

Soziales
9. Es wurde ein Burgladen eröffnet, der die Produkte des Dorfes anbietet.

10. Durch eine gesicherte, finanzielle Unterstützung der Fa. Petrom wurde es 2008 möglich, die Fassaden vieler Häuser im Dorf zu restaurieren. Über 60 Fassaden wurden schon fertig gestellt.

11.Ein Raum der Werkstätten wird derzeit als ?Flohmarkt? genutzt, um der Dorfbevölkerung die Möglichkeit zu geben, billigst Bekleidung, Kindersachen und Hausrat einzukaufen. Spenden aus Österreich ermöglichen diese Unterstützung.

12. Das ehemalige Pfarrhaus wurde 2008 zu einem Bildungs- und Begegnungszentrum umgebaut, wo nun auch Zusammenkünfte und theoretische Schulungen für die gesamte Region durchgeführt werden können. Auch der Dachboden wurde ausgebaut und mit Schlaf- und Sanitärräumen versehen, sodass Schulungen auch mit einer Übernachtungsmöglichkeit durchgeführt werden können.

 

Siehe PDF Armutsbekämpfungsbereicht 01/2008

Dr.h.c. Barbara Wiebke Schöfnagel
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